Viktoria Strehle - Cola, New York & die Reize eines Blumenladens: Die Tochter des berühmten Strenesse-Konzerns öffnet für MYBESTBRANDS ein paar Schubladen in Ihrem Kopf.

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MYBESTBRANDS: Was waren entscheidende Momente in Ihrem Leben?

Viktoria Strehle: Die Geburt meiner ersten Tochter, sie hat mir die Möglichkeit gegeben, eine Auszeit zu nehmen,mein Leben neu zu ordnen und meine Prioritäten zu überdenken.Sie hat mich verändert und das ist gut so.

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Gab es davor schon wichtige Entscheidungen oder Begegnungen?

Ich bin ziemlich jung alleine nach New York gegangen, was insofern prägend ist, dass man fern von Familie und Freunden ist und neu anfängt. Das hat mich gestärkt und eigenständig gemacht. Als ich von New York nach London gezogen bin, habe ich meinen ersten richtigen Job im Einkauf bei Harrods begonnen. Das war eine tolle, große Verantwortung, aber natürlich auch eine Herausforderung, der man gewachsen sein muss und will. Das waren tolle drei Jahre, ich habe den Job geliebt.

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Trauern Sie dem Leben in NYC manchmal etwas nach?

Von der Atmosphäre und dem Gefühl ist NYC für mich immer noch ein Zuhause. Mit 14 Jahren war ich das erste Mal in New York und habe gesagt „hier will ich einmal wohnen“. Das war immer mein Traum. Ich traure der Zeit aber nicht hinterher. Zu dem Zeitpunkt war es genau richtig und jetzt bin ich froh über das, was ich heute habe.

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Was inspiriert Sie?

Alles was ich sehe, inspiriert mich. Ich bin ein sehr visueller Mensch und laufe mit offenen Augen durchs Leben. Alles was ich dabei sehe, nehme ich auf. Ich bin viel in internationalen Städten unterwegs und beobachte gerne Menschen. Ich liebe es im Café zu sitzen und die Passanten zu beobachten. Was sie tragen, wann sie was tragen, wie sie sich damit fühlen, sich bewegen.

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Welchen Teil Ihrer täglichen Routine genießen Sie am meisten?

Zehn Minuten morgens mit meinen Kindern im Bett zu verbringen. Den Tag ruhig angehen zu lassen ist sehr Kraftspendend für mich.

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Was ist Ihr Lieblingswort?

Ein Wort, das ich ständig sage, ist „schnell“. Es ist eigentlich mein Lieblingswort, aber ich versuche gerade, es mir abzugewöhnen.

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Viktoria Strehle
Wann haben Sie das letzte Mal geweint?

Beim Muttertag im Kindergarten. Total albern, aber als alle Kinder Muttertagslieder gesungen haben, war ich sehr gerührt.

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Welche Macke oder welchen Tick haben Sie?

Tausend (lacht). Ich vergesse regelmäßig alle meine Passwörter. Ist mir erst gestern Abend wieder passiert. Alle möglichen Kennwörter von Instagram, Facebook… Ich schreibe meine Passwörter zwar immer auf, aber dann erinnere ich mich nicht mehr, wohin ich sie geschrieben habe und was der aktuellste Stand ist. Auf jeden Fall versuche ich aktiv, mich zu bessern. Außerdem bin ich Cola-süchtig, ich trinke sie aber immer ohne Eiswürfel.

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Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig geschämt?

Als ich jünger war, war ich großer Fan von Richard Gere. In einem Aufzug stand er dann tatsächlich neben mir. Und weil mir sein Gesicht so bekannt war, dachte ich in dem Moment, ich kenne ihn und habe ihn mit „Hi“ begrüßt. Bis ich dann gemerkt habe, den kenn ich ja gar nicht, das ist Richard Gere den du gerade ansprichst. Er war aber sehr nett und hat super reagiert. Ich war dann so froh, als die Aufzugtür aufging.

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Welche drei Emojis haben Sie zuletzt verschickt?

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Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtisch?

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Wo würden Sie gern ein Praktikum machen?

Ich würde gern in einem Blumenladen arbeiten, weil ich Blumen liebe und die Branche so spannend finde. Aus praktischen Gründen würde ich auch gerne mal einem Koch über die Schulter blicken dürfen, um mir ein paar Basics anzueignen.

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Was sind Ihre aktuellen Key-Pieces?

Einen Lederrock von Iro trage ich momentan sehr häufig. Außerdem habe ich immer eine Cashmere-Jacke in Grau oder Schwarz dabei, weil man sie immer unterschiedlich tragen kann, je nachdem wie man sie stylt. Ein Armband von einem kleinen New Yorker Label, das habe ich auf einer Messe in Paris entdeckt und habe mich so gefreut, weil ich immer ein Armband gesucht habe, das ich Tag und Nacht tragen kann und das zu jedem Look und Anlass passt. Es ist eigentlich eine Kette, aber ich trage sie als Armband.

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Wie gehen Sie morgens beim Anziehen vor?

Das kommt drauf an wie viel Zeit ich habe und was ich vorhabe.Ich mag es, Vintage-Stücke mit neuen Designer-Kollektionen und High-Street-Teilen zu mixen. Ich würde sagen, ich habe zehn Lieblingsteile, die ich immer wieder anders kombiniere.

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Welche Dinge würden Sie nicht mal Ihrer besten Freundin ausleihen?

Meinen Ehering, die von meiner Großmutter geerbte Kette und meine Lieblingsstiefel von Margiela.

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Was begeistert Sie an der Mode?

Mode gibt uns die Möglichkeit, eine Stimmung und ein Gefühl auszudrücken. Man kann verschiedene Facetten von seinem Charakter zeigen. Deshalb liebe ich Mode. Weil ich innerhalb meiner Persönlichkeit in verschiedene Rollen schlüpfen kann. Sich jeden Tag anders darzustellen macht mir Spaß. Ich liebe es, dass ich mich morgens anders als abends anziehe und direkt anders wirke.

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Welches Stück in deinem Kleiderschrank hat den größten, ideellen Wert für Sie?

Zum einen ein schwarzes Etuikleid mit schwarzen Perlen. An dem hänge ich sehr, weil es meine Mutter für meine Großmutter genäht und bestickt hat. Und dann natürlich das Kleid, das ich zur Party meiner Hochzeit trug. Von der Form ein schlichtes Mini Etuikleid, allerdings ganz aus matten, kleinen, goldenen Pailletten.

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Lifestory-Session geführt von Felix Rubach, Co-Founder von MYBESTBRANDS

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