Dresscode "White Tie" - das bedeutet die Kleiderordnung

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Kein Dresscode ist formeller, keine Kleiderordnung eleganter: Steht auf der Einladung „White Tie“, dann dürfen Herren den Frack überziehen und Damen in ihr luxuriösestes Abendkleid schlüpfen. Mann kann beim Frack nicht allzu viel falsch machen. Vorausgesetzt er befolgt einige Regeln, die mit dem korrekten Tragen einer „White Tie“ einhergehen.

Von Katharina, Fashion Editor

Wann muss ich in einen Frack mit "White Tie"(= weiße Fliege) schlüpfen? Genau dann, wenn es auf der Einladung gefordert wird, wäre die präziseste Antwort. Doch nur zu sehr schicken, exklusiven Events wird danach gefragt werden. Oder aber Sie sind Dirigent – dann dürfte der Frack zu Ihrer Arbeitskleidung zählen. Davon abgesehen, wird „White Tie“ wirklich nur zu sehr exquisiten Abendveranstaltungen wie dem Wiener Opernball oder Elton Johns „White Tiara Ball“ getragen.

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Zu königlichen Empfängen, der Nobelpreisverleihung oder Staatsbanketten wird ebenfalls desöfteren „White Tie“ als die offizielle Kleiderordnung ausgegeben, aber vermutlich gehören nur wenige zu diesem erlauchten Gästekreis. Selbst auf Adelshochzeiten wird tagsüber eher der „Cutaway Coat“ (niemals aber nach 17 Uhr!) und abends der klassische Smoking („Black Tie“) getragen. Die Krawatte und der normale Anzug bleiben im Schrank, denn bei "White Tie" wird es außergewöhnlich chic.  

Wie sieht "White Tie" für Herren aus?

Individualität ist beim Dresscode „White Tie“ fehl am Platz, die Kleiderordnung folgt einem strikten Reglement. Frackjacke und die dazugehörende Hose sind aus dem gleichen Material gefertigt und immer schwarz, die Jacke ist vorne taillenkurz und wird grundsätzlich offen getragen. Hinten ist die Jacke etwa knielang und in der Mitte geteilt, so dass das Rückenteil auch den Beinamen „Schwalbenschwänze“ trägt. Die spitzen Revers sind meist mit schimmerndem Satin überzogen, ebenso die Schließ- und Ärmelknöpfe.

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Die Frackhose hat nie Umschläge und keine Bundfalten, sie wird dafür an den Seitennähten mit zwei Seidenbändern, den so genannten Galons, verarbeitet. Die Frackhose ist gerade geschnitten und wird nie mit einem Gürtel oder Kummerbund, sondern immer mit Hosenträgern getragen.

Ein weißes Frackhemd hat eine gestärkte Brustpartie aus Baumwollpiqué, Knöpfe aus Perlmutt oder sogar Brillanten sowie den so genannten Vatermörder, wie der Kläppchenkragen bezeichnet wird. Die einfache Manschette wird nicht umgeschlagen, aber dennoch mit Manschettenknöpfen getragen. Die Manschetten sollten zwei Finger breit unter dem Ärmelabschluss der Jacke hervorschauen, jedoch nicht über das Handgelenk reichen.

Darüber trägt man beim Dresscode "White Tie" eine weiße Frackweste, die wie die Jacke am Vorderteil mit einem Revers ausgestattet ist und zwei Westentaschen haben kann. Einzig bei der Weste scheint ein wenig Individualität möglich, denn sie kann je nach Vorliebe des Trägers einreihig oder zweireihig geschnitten und mit weißen Perlmuttknöpfen oder piquébezogenen Knöpfen ausgestattet sein. Ein kleines und unsichtbares, aber nicht uninteressantes Detail: Die Frackweste besitzt üblicherweise kein Hinterteil, wird stattdessen von einem schmalen Taillenriemen gehalten. Dazu trägt man um den Hals eine weiße Schleife.

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An den Füßen kombiniert man den Frack mit klassischen, schlichten Lackschuhen, die Füße stecken in dünnen, schwarzen Kniestrümpfen ­– beim Sitzen darf keinesfalls Haut zu sehen sein. Heute eher unüblich, aber früher ein beliebtes Frack-Accessoire: der Zylinder oder seine Klappvariante, der Chapeau Claque. Wer Fred Astaire als sein Stilvorbild nennt, darf sich noch einen weißen Seidenschal um den Hals werfen und weiße Glacéhandschuhe dazu kombinieren.

Als ein absoluter Faux-Pas gilt das Tragen einer Armbanduhr. Wer trotzdem nicht auf einen Zeitmesser verzichten möchte, darf zu einer klassischen, schlichten Taschenuhr an der Kette greifen. Papiertaschentücher gelten ebenfalls als No-Go, stattdessen lieber ein weißes Stofftaschentuch bereithalten. Sehr Exaltierte entscheiden sich für ein besonderes Frack-Accessoire: den mit schwarzen Klavierlack überzogenen Frackstock mit verchromten Knauf.

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Wer bei der Kleiderordnung „White Tie“, die übrigens gleichzusetzen mit „Cravate blanche“ ist, all diese Regeln befolgt, macht auch auf dem offiziellsten Parkett neben gekrönten Häuptern und Staatschefs im Frack eine perfekte Figur.

Interessant zu wissen: Der Frack ist für große, traditionsreiche Bälle immer noch das passendste Kleidungsstück für Männer, selbst wenn laut Einladung auch die Kleiderordnung „Black Tie“ gleich Smoking erlaubt ist. Ausnahme ist der Wiener Opernball, hier gilt Frackzwang. Lediglich Uniformierte dürfen in der Wiener Staatsoper dann zu ihrer offiziellen Ausgehuniform greifen.

„White Tie“ – das bedeutet es für weibliche Gäste

Weibliche Begleitungen dürfen sich gerne an der Wortwendung „Großer Gesellschaftsanzug“ orientieren. Kein Anlass dürfte exklusiver, keiner offizieller sein, als jenes Event, zu dem Sie mit dem Dresscode „White Tie“ eingeladen sind. Hier muss es ein bodenlanges Abendkleid sein. Und zwar ein wirklich denkbar Luxuriöses.

Als Materialien empfehlen sich Seide, Samt und Spitze, auch der Schmuck darf exquisit, aber nicht protzig sein. Im besten Fall funkeln einige echte Diamanten an Ohren oder dem Dekolleté. Lange Handschuhe darf Frau hier ebenso tragen, wie eine kleine Abendtasche oder Clutch.

Von einer Uhr sollte man eher absehen, außer man legt eine zierliche, so genannte Schmuckuhr an. Hervorblitzende Unterwäsche oder sichtbare BH-Träger sind ein absolutes No-Go. Die Frisur darf elegant sein, im besten Fall sind die Haare hochgesteckt.

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