Nachhaltige Mode

Shoppen mit gutem Gewissen: Die Top 5 Fairtrade Siegel für nachhaltige Mode

Nachhaltigkeits-Zertifikate

In der Modebranche gibt es bislang noch kein allgemein gültiges Siegel, das nachhaltige Mode zertifiziert. Stattdessen müssen wir uns auf der Suche nach einem nachhaltigen Kleidungsstück durch zig unterschiedliche Zertifikate wühlen. MYBESTBRANDS erleichtert Ihnen das Green Shopping und hat die 5 wichtigsten Fairtrade-Siegel für nachhaltige Mode herausgesucht.

Immer mehr Menschen möchten Mode bewusst konsumieren. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile auch ein immer größer werdendes Angebot an fairen Alternativen zu billiger Massenware und Fast Fashion. Doch viele Verbraucher kommen auf der Suche nach fairer Mode schnell an ihre Grenzen. Schuld daran sind die vielen verschiedenen Bio-Zertifikate und Gütesiegel, die unterschiedliche Nachhaltigkeits-Standards bewerten. An dem einen Kleidungsstück baumelt ein blaues Siegel, am dem nächsten ein rotes oder grünes Fairtrade-Siegel. Die einen zertifizieren zum Beispiel einen fairen Handel oder die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie, die anderen stehen für Bio-Rohstoffe oder CO2-reduzierte Produktion. Wer kennt sich bei der Flut an über 100 Gütezeichen in der globalen Modeindustrie noch aus? Um mehr Klarheit zu schaffen, haben wir für Sie die 5 wichtigsten Fairtrade-Siegel und Logos für nachhaltige Mode herausgesucht.

1. Das IVN-Best-Siegel

Der Standard des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN) zählt derzeit zu den strengsten Fairtrade-Siegeln im Bereich der nachhaltigen Mode. Vergeben werden sowohl ein Zertifikat für Kleidung aus Naturfasern ("IVN-Naturtextil Best") als auch ein Siegel für Lederwaren ("IVN-Naturleder").

Das verspricht das IVN-Best-Siegel: 

  • Verbot (bzw. starke Einschränkung des Gebrauchs) von Chemikalien, Schwermetallen und anderen gefährlichen Substanzen.
  • Ausschließlich Naturfasern aus kontrolliert biologischem Anbau (kontrolliert biologische Tierhaltung). Keine Synthetikfasern - somit vollständig biologisch abbaubar.
  • Soziale Mindeststandards nach ILO (International Labour Organisation).
  • Vom Anbau bis zum fertigen Produkt eine umweltfreundliche und transparente Produktionskette.

2. Das GOTS-Siegel

Auch der Global Organic Textile Standard (GOTS) hat seinen Fokus auf Umwelt und Arbeitsbedingungen gelegt, ist aber nicht ganz so streng wie der IVN-Best-Standard.

Das verspricht das GOTS-Siegel:

  • Verbot (bzw. starke Einschränkung des Gebrauchs) von Chemikalien, Schwermetallen und anderen gefährlichen Substanzen. Schreibt allerdings keine Abwasser- und Klärschlamm-Tests für die Produktionsstandorte vor, um sicherzustellen, dass nichts in die Umwelt gelangt.
  • Das GOTS-Zertifikat setzt 70% Naturfasern aus kontrolliert biologischem Anbau voraus und erlaubt 30% Recycling-Synthetik - somit eingeschränkte Kreislauffähigkeit. Ab 95% Bio-Anteil wird der Zusatz "organic" vergeben.
  • Soziale Mindeststandards nach Kernnormen der ILO (International Labour Organisation).
  • Vom Anbau bis zum fertigen Produkt eine umweltfreundliche und transparente Produktionskette.

 

3. Oeko-Tex Standard 100

Der weit verbreitete Oeko-Tex-Standard dient in erster Linie dem Verbraucherschutz und prüft ausschließlich auf Schadstoffrückstände im Endprodukt.

Das verspricht das Oeko-Tex-Siegel:

  • Wird nur vergeben, wenn ein Kleidungsstück komplett frei von gesundheitsschädlichen Chemikalien ist. Es gilt nur für das Endprodukt und schließt keinen Einsatz von Chemikalien beim Anbau oder Färben der Fasern aus.
  • Die Einteilung in 4 unterschiedliche Produktklassen lässt den Oeko-Tex-Standard beispielsweise für Babybekleidung strenger sein, als für Heimtextilien, wie etwa Vorhänge.

4. Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine gemeinnützige Organisation, die mit ihren Mitgliedsunternehmen, Gewerkschaften, NGOs, Fabriken, Unternehmensverbänden und Regierungen die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie verbessern will. Dies bezieht sich vor allem auf Entwicklungsländer, in denen die sozialen Bedingungen in Nähfabriken verbessert werden sollen.

Das verspricht die Fair Wear Foundation:

  • Das Siegel ist nur an Kleidungsstücken zu finden, wenn das Unternehmen bereits mehr als ein Jahr FWF-Mitglied ist und beim jährlichen Betriebs-Check in die beste Kategorie ("Leader") eingestuft wurde.
  • Jährliche Performance-Checks in den Betrieben sorgen für die Einhaltung der Richtlinien. Berücksichtigt wird die gesamte Produktionskette, vom Hersteller bis zum Endkunden.
  • Die Richtlinien umfassen:
    - Freie Wahl des Arbeitsplatzes, keine Zwangsarbeit
    - Keine Kinderarbeit, Mindestalter von 15 Jahren
    - Die Möglichkeit zur Gründung und Beitritt von einer Gewerkschaft
    - Bezahlung nicht unter dem gesetzlichen Mindestlohn
    - Wöchentliche Arbeit von max. 48 Stunden und ein freier Tag pro Woche
    - Keine gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen
    - Rechtlich bindende Arbeitsverträge

5. Fairtrade Textile Production

Das Fairtrade-Textile-Production-Siegel zielt darauf ab, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie zu verbessern, steht für faire Arbeits- und Handelsbedingungen und umfasst die gesamte Lieferkette. Zudem untersützt es eine umweltverträgliche Produktion.

Das verspricht das Fairtrade-Textile-Production-Siegel:

  • Zahlung von existenzsichernden Löhnen (müssen innerhalb von sechs Jahren erreicht werden)
  • Langfristige Verpflichtungen zwischen Textilbetrieben und Lieferanten, sowie faire Einkaufsbedingungen
  • Einhaltung der Kernarbeitsnormen nach ILO (International Labour Organisation).
  • Umweltschonende Produktionsweise, Verbot von giftigen Substanzen und Bestimmungen zu Wasser- und Abfallmanagement
  • Transparente und unabhängige Kontrollen

Sie haben jetzt Lust bekommen nachhaltige Mode zu shoppen? Dann werfen Sie doch einen Blick in unseren Artikel zum Thema 5 nachhaltige Mode-Brands, die Sie jetzt kennen müssen!